• Marte Meo

„Marte Meo“ ist eine videobasierte Methode zur Entwicklungsunterstützung und Beratung, die von der Niederländerin Maria Aarts entwickelt wurde. Der Name der Methode wurde aus dem Lateinischen abgeleitet. Sinngemäß bedeutet er: „Aus eigener Kraft“.

Den Anstoß zur Entwicklung der Methode erhielt Maria Aarts bereits Ende der 1970er Jahre. Unter anderem in ihrer Arbeit mit autistischen Kindern in einem Tagesbehandlungszentrum in den Niederlanden. In den Folgejahren entwickelte Maria Aarts, zunächst gemeinsam mit Kollegen, das videogestützte „Orion Home-Trainingsprogramm“. Und ab 1987 schließlich ihre eigene Methode, die sie „Marte Meo“ nannte.

Das besondere Potenzial dieser Methode wurde schnell auch international erkannt und in vielen europäischen und außereuropäischen Ländern, zunächst in Einrichtungen der Kinder- und Jugendhilfe sowie in einigen Schulen in Holland angewandt. In diesen Einrichtungen stand in der Regel ganz allgemein die Unterstützung der Entwicklung von Kindern und Jugendlichen im Mittelpunkt.

Inzwischen wird Marte Meo jedoch nicht nur in diesen Arbeitsfeldern mit großem Erfolg eingesetzt. Sondern auch in verschiedensten Einrichtungen und Diensten für Menschen, die in besonderem Maße auf eine passgenaue und differenzierte Unterstützung in Kommunikations- und Interaktionsprozessen und auf gelingende Dialoge zur Nutzung, Weiterentwicklung oder zum Erhalt ihrer Fähigkeiten, Ressourcen und Potenziale angewiesen sind. Gleich welchen Alters und welcher Aufgabenstellung.

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Wie arbeitet und was bewirkt Marte Meo?

Marte Meo fokussiert Basiselemente gelingender Interaktion und Kommunikation. Maria Aarts entwickelt, beschreibt und vermittelt diese seit inzwischen mehr als 40 Jahren. Die Basiselemente von Marte Meo sollen Eltern und Angehörige, aber auch Betreuer und Betreute in professionellen Kontexten darin unterstützen, Entwicklungsprozesse bei Kindern, Jugendlichen und Erwachsenen anzustoßen und auf das jeweils individuelle Entwicklungsniveau abgestimmt zu begleiten. Potenziale und Ressourcen werden dadurch passgenau aktiviert und mobilisiert.

Durch Marte Meo werden Eltern, Angehörige und Fachleute befähigt, unterstützende Interaktions- und Kommunikationsfähigkeiten bildgestützt wahrzunehmen, zu trainieren und weiterzuentwickeln. Und sie in alltäglichen Interaktionen bewusst einzusetzen und gezielt zu nutzen.

Wo kommt Marte Meo zum Einsatz?

Aktuell wird Marte Meo in mehr als 40 Ländern der Welt in den unterschiedlichsten psychosozialen, pädagogischen und pflegerischen Arbeitsfeldern sowie im Gesundheitswesen und in therapeutischen Settings erfolgreich eingesetzt und genutzt. So zum Beispiel in Einrichtungen und Diensten der Kinder- und Jugendhilfe, in Kindertagesstätten und Kinderkrippen, in Einrichtungen der Behindertenhilfe, der Altenhilfe, in der Arbeit mit an Demenz erkrankten Menschen. In Schulen, Heimen, Kliniken, in der Frühförderung, in Pflegefamilien, Beratungsstellen und im Coaching.

Wofür steht der Begriff und was sind die Ziele von Marte Meo?

In ihrem Handbuch schreibt Maria Aarts zu Marte Meo: „Ich habe den Begriff Marte Meo (lat.: „Aus eigener Kraft“) mit Bedacht gewählt, um das zentrale Anliegen des Programms zu nutzen, nämlich Fähigkeiten aufzuzeigen, zu aktivieren und zu entwickeln, die zu konstruktiver Interaktion und Entwicklung beitragen. Das Ziel von Marte Meo ist es, auf allen Ebenen Menschen zu ermutigen, ihre eigene Kraft zu nutzen, um Entwicklungsprozesse (…) voranzubringen und anzuregen. Auf diese Weise lernen sie, ihre Fähigkeiten zu entwickeln, die es ihnen ermöglichen, ihr Leben zu verbessern.“

Die Aktivierung positiver Selbstwirksamkeitserfahrungen in alltäglichen Interaktionen ist bei Marte Meo Programm. Bei Kindern, Jugendlichen und Erwachsenen, aber auch bei Betreuern, Fachleuten, Eltern und Angehörigen. Maria Aarts nennt diese Aktivierung auch „ein „goldenes Geschenk“. Ein Geschenk, das Menschen befähigen will, „aus eigener Kraft ein besseres Leben haben zu können.“ Und genau darum geht es ihr und Marte Meo im Kern.

Das Erleben der eigenen Wirkfähigkeit im alltäglichen Tun stellt darüber hinaus auch für Fachleute, Angehörige und professionell Betreuende eine wirksame Burnout-Prophylaxe dar.

In der Betreuung von Menschen mit schwersten Behinderungen, herausforderndem Verhalten, progredient verlaufenden, demenziellen und anderen gerontopsychiatrischen Erkrankungen will Marte Meo eine Atmosphäre schaffen, in der es möglich wird, schwer erkennbare oder nur noch in Ansätzen verbliebene Ressourcen und Fähigkeiten in einem größtmöglichen Maß zu nutzen. Betreute sollen sich hierdurch, trotz aller Einschränkungen, positiv und wertgeschätzt wahrgenommen und in ihrer „eigenen Kraft“ unterstützt fühlen.