• Methodik

In ihrer Beratungsarbeit erkannte die Pädagogin Maria Aarts bereits Ende der 1970er Jahre, dass die rein sprachliche Vermittlung von Erkenntnissen der Entwicklungsförderung und Entwicklungsunterstützung bei Eltern, Bezugspersonen und Fachkräften immer wieder an Grenzen stößt und allein nicht ausreicht, um ihre Relevanz im Alltag zu erkennen und diese praktisch anzuwenden.

Sie entwickelte und erprobte daraufhin eine Methode, bei der alltägliche Situationen zwischen Eltern, Bezugspersonen und Kindern sowie zwischen Betreuern, Fachkräften und Betreuten per Video aufgezeichnet und anschließend gemeinsam im sogenannten „Review“ mit einem Marte Meo Professional besprochen werden.

In der Besprechung der Videosequenzen werden insbesondere die Kommunikationselemente analysiert, die für ein wirkungsvolles „Miteinander-in-Beziehung-treten“ relevant sind. Durch die bewusste Anwendung dieser Elemente werden passgenau Entwicklungsschritte ermöglicht und gezielt Ressourcen aktiviert, die bisher noch nicht erkannt oder genutzt wurden.

Individuell angepasste „Arbeitspunkte“ zur Verbesserung der Interaktion und des unterstützenden Verhaltens werden im Review gemeinsam identifiziert. Ihre Umsetzung und Wirkung wird in Folgefilmen und weiteren Reviews prozess- und entwicklungsorientiert veranschaulicht und differenziert weiterentwickelt.

Weiterlesen

Wie kann Marte Meo in den Alltag integriert werden?

Da jeweils Alltagssituationen zur Erstellung der Aufnahmen genutzt werden, kann Marte Meo in der Regel unproblematisch und ohne großen Aufwand in den jeweiligen Lebens- oder Betreuungskontext integriert werden. Gearbeitet wird mit dem, was ohnehin geschieht. Und es bedarf keiner großen Vorbereitung zur Erstellung eines kurzen Videoclips von wenigen Minuten Dauer. Auch das Review kann auf eine alltagsverträgliche zeitliche Dauer von 15 bis 30 Minuten begrenzt werden.

Durch diese, auf den jeweiligen Kontext passgenau ausgerichtete und in den Alltag integrierte Vorgehensweise, ermöglicht Marte Meo allen Beteiligten, Kindern, Jugendlichen und Erwachsenen sowie deren Eltern, Angehörigen und professionellen Betreuern, gemeinsames und „maßgeschneidertes“ Wachstum „aus eigener Kraft“. Im jeweils möglichen zeitlichen Rahmen und in der individuell jeweils passenden Geschwindigkeit.

Was macht Marte Meo so besonders?

Persönlich habe ich Maria Aarts und Marte Meo erstmals 2010 bei einer Tagung in Hanau kennengelernt. Und war sofort überzeugt von dem besonderen Potenzial der Methode. Weil sie überall dort, wo es um die Unterstützung der Entwicklung von Menschen und um die Aktivierung ihrer Potenziale geht, ganz unmittelbar, mit überschaubarem Aufwand und sehr schnell von Eltern, Angehörigen, Fachkräften und Nichtfachkräften anwendbar ist.

Und weil sich Marte Meo unkompliziert mit anderen, fachspezifischen Methoden und Konzepten in den unterschiedlichsten Arbeitsbereichen und -feldern verbinden und kombinieren lässt.

Im Fokus steht immer die Verbesserung der Qualität von Interaktion. Und die Qualität der Interaktion ist in der Regel das tragende Element in der Begegnung von Menschen, in der Gestaltung entwicklungsorientierter Beziehungen, aber auch in der Anwendung von fachspezifischen Konzepten und Methoden.

“Man kann nicht nicht kommunizieren.“ So hat Paul Watzlawick bereits im Jahr 1969 sein erstes und grundlegendes Axiom der menschlichen Kommunikation formuliert. Und Beispiele für misslingende und entwicklungshemmende Kommunikationsmuster und Interaktionen sind in vielen Arbeitsbereichen noch immer sehr häufig bei Betreuten und Betreuenden zu beobachten.

Mit Marte Meo stellt Maria Aarts jedoch eine übergreifende und leicht zu erlernende Methode zur Verfügung, die Menschen befähigt, „aus eigener Kraft“ konsequent entwicklungs- und ressourcenaktivierend zu kommunizieren und Interaktionen gelingend zu gestalten.